Ich habe COPD , die Sicht der Betroffenen
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Meine Eindrücke über das Hospiz
Veröffentlicht in: Informatives von Erkrankten für Erkrankte
Heute schreibe ich mal meine Eindrücke über das Hospiz, in dem mein Schwester seit über einer Woche ist.

Mit sehr gemischten Gefühlen bin ich das Thema Hospiz begegnet. Musste mich ja zwangsläufig damit auseinandersetzen seit ich wusste, dass es in naher Zukunft auf mich zu kam. Mit meiner Schwester habe ich, nachdem ich das erste mal darüber gesprochen habe, die Scheu verloren und wir haben offen mit einander geredet. Allerdings nannte sie das Hospiz "Hotel". Also ungefähr so: Wenn ich dann im Hotel bin dann ... Miteinander darüber reden ging gut. Aber dann kam der Tag wo sie da rein ging und es kam der Tag an dem ich sie da besucht habe mit einem ganz dicken Kloß im Hals.

Meine Schwester wohnt in Essen und die Stadt Essen hat vier Hospize. Das Hospiz, wo sie jetzt ist und wo sie auch rein wollte ist personell sehr gut bestückt und ein Palliativarzt kommt jeden Tag vorbei und kümmert sich um die Belange der Bewohner. Es liegt in einem wunderschönen Garten. Vor dem Haus sind Büsche und Bäume und Blumen. Im Eingangsbereich, welcher sehr licht durchflutet ist, sah es richtig heimelig aus, ein kleines Sofa mit Tischchen und ein weißer Bauernschrank standen drin, allerdings auch die Kerze, die angezündet wird, wenn jemand im Hospiz verstirbt. Diese brennt so lange der Verstorbene noch im Haus ist.

Den Bewohnern steht eine Gemeinschaftsküche und ein Ess- u. Wohnzimmer zur Verfügung. Das eigentliche Zimmer ist ein Einzelzimmer und ist ca. 25 qm groß. Ein eigenes behindertengerechtes Bad gehört ebenso dazu wie eine eigene kleine Terrasse bestückt mit Liegestuhl, Stühle und einem kleinen Tisch. Das Mobiliar ist freundlich und hell eingerichtet mit einem Schrank, Sofa und Fernsehsessel, einem kleinen Küchentisch und drei Stühle. Der Fernseher, sogar mit Sky, hängt an der Wand, so daß man vom Bett aus auch Fernsehen kann. Das Pflegebett ist in einer Nische und wird von zwei Nachttischchen umrahmt. Meine Schwester hat eigene Bilder an den Wänden aufgehangen und ein kleines Schränkchen mitgenommen. Das hat sie sehr schön selber dekoriert mit einem Teddybär aus Keramik, den ich selber mal für sie gemacht habe.

Zu dem Hospiz gehört noch eine Gemeinschaftsterrasse, dort darf auch geraucht werden. Im Zimmer darf auch geraucht werden, da aber nur EZigarette. Man könnte aber auch Haustiere mitbringen, diese müßten dann aber von den Angehörigen versorgt werden. Ein wunderschöner flacher Garten mit vielen Sitzgelegenheiten, schönen Gartenwegen und einem Goldfischteich rundet das alles ab. Meine Schwester sagt jetzt nicht mehr Hotel sondern Hospiz und sagt: Ich fühle mich hier geborgen und gut aufgehoben. 


Mir ist eine große Last von der Seele gefallen, weil ich weiß sie ist gut versorgt und sie fühlt sich wohl. Am kommenden Wochenende fährt sie mit dem Wünschewagen nach Hamburg. Mein Neffe und eine examinierte Krankenschwester begleiten sie in einem dafür vorgesehenen Auto wo sie während der Fahrt liegen oder aber auch sitzen kann. Ihr Wunsch war es das Musical König der Löwen zu sehen. 


Auch wenn ich weiß, dass das Hospiz die letzte Station in dem Leben meiner Schwester ist, so danke ich, dass sie dort untergebracht ist wo sie hin wollte und sie sich wohl fühlt. 
Das Nachbarzimmer bewohnt eine 45jährige Frau mit COPD IV und Emphysem. Mit dieser Bewohnerin hat sich meine Schwester angefreundet.
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